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Bin ich schuld, wenn ich im Netz angegriffen werde?

Eine Flut an bösen Kommentaren vermittelt fast immer den Eindruck, dass du den Hass verdient hättest, weil du etwas Falsches gemacht oder gesagt hast. Oder gar weil Du als Person falsch bist. Das ist nicht wahr. Es gibt keine Entschuldigung für das, was wir digitalen Massenhass nennen. Auf der anderen Seite kann man in dieser Ausnahmesituation dazu neigen, sich von jeder Schuld an einer Reaktion freizusprechen.

Für die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Bettina Moll ist es hilfreicher zu fragen: An welcher Stelle trage ich Verantwortung? Sich das bewusst zu machen, ist ein wichtiger erster Schritt.

Du trägst nicht die Verantwortung dafür, wie jemand anderes reagiert. Aber du kannst dich fragen: Was habe ich zur Verfügung gestellt? Wie habe ich mich präsentiert oder gezeigt? War ich vorsichtig oder provokativ? Das hilft dir dabei den Angriff besser einzuordnen und auch für die Zukunft zu lernen.

Was bin ich? Und was ist der Andere? Diese Einteilung bietet dir die Möglichkeit, darüber nachzudenken, was dich genau betroffen macht. Trifft dich der Angriff, weil er dich an einer sensiblen Stelle berührt? An einem schmerzhaften Punkt, an dem du selbst an dir zweifelst und dir ambivalent gegenüberstehst?

Oder bist du etwa über die Aggressivität der Anderen schockiert? Und du denkst: Warum bringt jemand so viele Ressourcen auf, um einer Person zu schaden?

All diese Fragen, die sich um persönliche Verantwortung drehen, helfen dir dabei, sich mit dem Angriff auseinanderzusetzen und die Verletzung, die du erfährst, am Ende auch vollständig auszuheilen.

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