Alle

Wie gehe ich mit Medien um?

Überprüfe deine wichtigsten Argumente

Journalisten und Journalistinnen üben die Funktion aus, Öffentlichkeit herzustellen und zu vermitteln: Also, möglichst viele richtige und wichtige Informationen an möglichst viele Menschen zu übermitteln. Es kann sein, dass du mit Journalisten deine Geschichte neu erzählen kannst. Bevor du einen Medienvertreter kontaktierst, mache dir bewusst, was deine Kernaussagen sind und beantworte sie dir in einem eigenen Interview, dass du für dich aufschreibst und durchgehst. Mache dir klar, dass „Öffentlichkeit herzustellen“ auch bedeuten kann, dass deine Geschichte zugespitzt und nicht in deinem Sinne verändert wird, um das Leseinteresse zu erhöhen. Es kann für dich aber auch eine große Chance sein, deine Geschichte zu schreiben.

Was du bei einem Interview beachten kannst

Das Interview gehört zum journalistischen Alltag. Doch selten wird ein Interview so gedruckt, wie es geführt wurde. Das hängt damit zusammen, dass zum Beispiel Versprecher redigiert werden, um den Lesefluss zu erhöhen. Wenn du ein Interview gibst, bereite dich gut darauf vor.

Wenn du ein Interview in dem Wissen gibst, dass es gesendet oder gedruckt werden soll, erteilst du bereits durch dein schlüssiges Verhalten die Einwilligung zur Veröffentlichung. Von diesem Verhalten ist auch auszugehen, wenn dir ein Mikrofon offensichtlich hingehalten wird und ein Aufnahmegerät auf dich gerichtet wird und du dem Interviewer oder der Interviewerin auf Fragen antwortest beziehungsweise darauf eingehst.

Sobald ein Journalist das Interview geführt hat, hast du natürlich die Sorge, dass du korrekt wiedergegeben wurdest. Bedenke dabei, dass dir das Recht auf Autorisierung vor- und nachträglich nicht zusteht. Die Praxis, dir zur Autorisierung das Interview zu schicken, war in Deutschland lange verbreitet – in angelsächsischen Medien gar verpönt – sie dient aber vielmehr zur Absicherung des Journalisten.  

Du kannst deine Aussagen gegenüber einem Interviewpartner nur dann widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Das könnte laut dem Deutschen Journalistenverband beispielsweise sein, dass ein dauerhafter Wandel der Überzeugungen vorliegt oder durch die Veröffentlichung nach ärztlicher Bescheinigung schwere Beeinträchtigungen der Gesundheit drohen, was bei einem Hate-Storm die wichtigste Begründung sein dürfte.

Kein wichtiger Grund liegt vor, wenn du das Interview für misslungen hältst oder dir andere Fragen gestellt werden, als zunächst angekündigt. Kurzum: Verdeutliche dir, dass das eigentliche Interview bereits in deiner Vorbereitung stattfindet.

Weitere Themen

aus dem Bereich Q & A

Werde aktiv gegen Massenhass

Unterstütze uns – jede Spende hilft Betroffenen

Jetzt
spenden