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Digitale Gewalt in einfacher Sprache

In Alltagssprache lesen

Was ist digitale Gewalt?

Digitale Gewalt sind Angriffe im Internet.

Zum Beispiel:

  • Jemand schreibt böse Nachrichten.
  • Jemand beleidigt andere im Internet.
  • Jemand zeigt Nackt-Bilder, obwohl die Person das nicht will.

Warum sind diese Angriffe schlimm?

Diese Angriffe machen Menschen Angst.
Oder Menschen schämen sich.

Manche schreiben dann nicht mehr im Internet.
Oder sie ziehen sich ganz zurück.

Wo passieren solche Angriffe?

Diese Angriffe können an vielen Orten im Internet passieren.

Zum Beispiel:

  • auf Internet-Seiten wie Facebook oder Instagram
  • in Nachrichten-Programmen wie WhatsApp oder Telegram
  • in Chats bei Online-Spielen
  • in E-Mails

Wie hängen Internet-Gewalt und andere Gewalt zusammen?

Gewalt im Internet und andere Gewalt hängen oft zusammen.

Manchmal fängt Gewalt im echten Leben an

Zum Beispiel:

Jemand hasst eine Gruppe von Menschen.
Zum Beispiel jüdische Menschen.
Die Person beschimpft jüdische Menschen auf der Straße.
Die Person schreibt ihren Hass aber auch ins Internet.

Manchmal fängt die Gewalt im Internet an

Zum Beispiel:
Ein Mann schreibt einer Frau auf Instagram:
„Ich mach dich fertig!“
Der Mann fühlt sich sicher.
Er schreibt mehr Drohungen.
Irgendwann wartet der Mann vor dem Haus der Frau mit einem Messer.

Was passiert nach dem Angriff?

Die angegriffene Person hat Angst.
Sie geht vielleicht nicht mehr raus.
Und sie vertraut anderen nicht mehr.

Warum ist das ein Problem?

Hass breitet sich aus.
Alle haben Angst.
Und niemand spricht mehr offen.

So sehen Angriffe im Internet aus

Angriffe im Internet können sehr verschieden sein.

Hier sind wichtige Beispiele.

Penis-Bilder

Jemand schickt ein Foto von einem Penis.
Die Person will das vielleicht nicht.
Sie fühlt Ekel.
Sie löscht vielleicht alle Apps.
Und sie geht nicht mehr ins Internet.

Diese Bilder heißen auch „Dick-Pics“.
Das ist Englisch und bedeutet: Penis-Bild.

Gefälschte Nackt-Bilder

Jemand macht falsche Nackt-Bilder mit dem Computer.
Die Bilder sehen echt aus.
Aber sie sind nicht echt.

Niemand erkennt:
Die Fotos sind vom Computer gemacht.
Die Person verliert deshalb vielleicht Freundschaften.
Niemand traut der Person mehr.

Diese Bilder heißen auch „Deep-Fakes“ [gesprochen: Diep Fäiks].

Jemand erpresst mit Nackt-Bildern

Eine Person schreibt zum Beispiel:
„Gib mir Geld. Sonst zeige ich die Bilder allen!“

Die Person hat vielleicht Angst.
Sie zahlt das Geld.
Das Geld ist weg.
Aber die Angst bleibt.

Die Erpressung mit Nackt-Bildern heißt auch „Sextortion“.
Das ist Englisch und bedeutet „Sex-Erpressung“.

Weitere Angriffe im Internet:

Jemand stellt private Daten ins Internet.

Zum Beispiel die Adresse oder Telefonnummer.

Das Problem ist: Fremde finden die Person so leicht.
Sie klingeln vielleicht nachts an der Tür.
Dadurch hat die Person Angst.
Und sie fühlt sich nicht mehr sicher.

Persönliche Daten ins Internet stellen heißt auch „Doxxing“
[gesprochen: Doksing].
Das ist Englisch und kommt von dem Wort „Dokumente“.
Denn ein Dokument ist zum Beispiel der Ausweis.
Und in einem Ausweis steht die Adresse von einer Person.

Jemand schreibt Hass im Internet.

Jemand schreibt zum Beispiel: „Ausländer raus!“
Viele lesen das.
Viele sagen: „Das stimmt!“
Menschen fühlen sich dadurch bedroht.
Viele schweigen aber aus Angst.

Hass-Nachrichten im Internet heißen auch „Hate Speech“
[gesprochen: Häit Spietsch].
Das ist Englisch und bedeutet: Hass-Rede.

Viele schreiben sehr viele Hass-Nachrichten.

Die Person bekommt hunderte Nachrichten.

Die Person fühlt sich wegen der Nachrichten schlecht.
Sie löscht vielleicht ihre Profile im Internet.
Und sie geht nicht mehr ins Internet.

Dazu sagt man auch „Shitstorm“ [gesprochen: Schit Storm].
Das ist Englisch und bedeutet: Scheiße-Sturm.

Wer erlebt solche Angriffe besonders oft?

Jede Person kann betroffen sein.
Manche Menschen erleben solche Angriffe aber besonders oft.

Zum Beispiel:

  • Frauen
  • Menschen mit Behinderungen
  • Menschen mit dunkler Hautfarbe

Viele Betroffene sagen dadurch ihre Meinung nicht mehr.

Warum ist das ein Problem für alle?

Angriffe treffen nicht nur eine Person.
Wenn Menschen Angst haben, sagen sie nichts mehr im Internet.

Dann passiert das:
Viele schreiben nichts mehr im Internet.
Nur wenige schreiben weiter.
Diese wenigen schreiben viel Hass.

Andere lesen die Hass-Nachrichten.
Sie denken dann:
„Alle denken so.“

Aber das stimmt nicht.

Viele Menschen haben andere Meinungen.
Sie trauen sich nur nicht, ihre Meinung zu sagen.

So wird das Internet ungerecht.
Und unsicher.

Das Internet hat auch gute Seiten

Im Internet können Menschen

  • sich informieren
  • mit anderen in Kontakt kommen
  • sich für ihre Rechte einsetzen

Das Internet kann Menschen helfen.
Dafür muss das Internet aber sicher sein.
Damit Menschen frei ihre Meinung schreiben.
Ohne Angst und ohne Gewalt.

Sind Angriffe im Internet strafbar?

Viele denken: Im Internet gibt es keine Regeln.
Das stimmt nicht.
Auch im Internet gibt es Gesetze.

  • Beleidigung ist strafbar.
  • Bedrohung ist strafbar.
  • Erpressung ist strafbar.
  • Gefälschte Nackt-Bilder sind strafbar.

Betroffene können eine Anzeige bei der Polizei machen.
Die Polizei schaut sich alles an.
Das Gericht prüft den Fall.
Dann entscheidet das Gericht:
Bekommt die Person eine Strafe?

Was kannst du tun?

Du kannst dich wehren.
Du bist nicht allein.

Das kannst du tun:

  • Rede mit einer Person, der du vertraust.
  • Sammle Beweise.
    Zum Beispiel Bildschirm-Fotos oder Nachrichten.
  • Melde den Angriff bei der Internet-Seite.
  • Überlege: Willst du eine Anzeige machen?
  • Hol dir Hilfe bei einer Beratungs-Stelle.

HateAid hilft dir

HateAid ist eine Beratungs-Stelle.
Wir helfen Menschen, die im Internet angegriffen werden.

Wir hören dir zu.
Wir erklären dir deine Rechte.
Die Beratung ist kostenlos.
Manchmal bezahlen wir auch die Kosten für ein Verfahren vor Gericht.

So erreichst du uns:

HateAid setzt sich für ein Internet ohne Gewalt ein.
Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen im Internet besser geschützt sind.

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