In eigener Sache: Konstruierte Verschwörungserzählungen über HateAid
HateAid ist seit Jahren Ziel koordinierter Desinformationskampagnen. Diese folgen einem bekannten Muster: falsche Tatsachenbehauptungen, gezielte Diskreditierung und die Unterstellung politischer Einflussnahme. Wir gehen regelmäßig erfolgreich gegen solche Falschdarstellungen vor und werden das auch weiterhin tun. Dennoch werden sie immer wieder verbreitet und weiterentwickelt.
Einzelne Online-Medien, Social Media Accounts und rechtspopulistische Akteure verbreiten derzeit eine Vielzahl von Falschbehauptungen und konstruierter Verschwörungserzählungen über HateAid im Zusammenhang mit der veröffentlichten SPIEGEL Recherche zu Collien Fernandes und Christian Ulmen. Diese Behauptungen sind falsch. Sie entbehren jeder Grundlage. Diese Verschwörungserzählungen zielen darauf ab, HateAid als Organisation zu diskreditieren.
Im aktuellen Fall schaden sie aber in erster Linie den Betroffenen von sexualisierter und bildbasierter digitaler Gewalt, wie Collien Fernandes. Durch das Öffentlichmachen der schweren Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann, für den die Unschuldsvermutung gilt, wehrt sich Collien Fernandes nicht nur für sich selbst, sondern für alle Frauen, die ein ähnlich gelagertes leidvolles Schicksal mit ihr teilen. Viele der konstruierten Verschwörungsnarrative nutzen die mediale Aufmerksamkeit für eine gezielte Täter-Opfer-Umkehr. Damit relativieren und verharmlosen sie das Leid aller Betroffenen und schaden dem gesellschaftlichen Diskurs. Zudem wird von der eigentlichen Problematik sexualisierter digitaler Gewalt abgelenkt. Das halten wir für nicht hinnehmbar.
Fakt ist:
- HateAid unterstützt seit vielen Jahren Betroffene digitaler Gewalt und setzt sich für ihre Rechte im digitalen Raum ein. So unterstützen wir viele Frauen, wie auch die Schauspielerin Collien Fernandes, im Kampf gegen die Verbreitung von gefälschten Nacktbildern und pornografischer Deepfakes im Netz.
- Die politische Debatte zu sexualisierter digitaler Gewalt, Deepfakes und Auskunftsrechten besteht seit langer Zeit und ist nicht auf einen einzelnen Fall zurückzuführen. Das BMJV hatte den Handlungsbedarf diesbezüglich nicht erst kürzlich erkannt. Die Enthüllungen von Collien Fernandes beschleunigen die aktuelle Debatte, bringen aber an sich kein neues Vorhaben mit sich. Strafbarkeitslücken bei sexualisierten Deepfakes zu schließen war bereits im Koalitionsvertrag verankert und Bestandteil diverser Bundesratsinitiativen aus Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.
- HateAid wird aufgrund der langjährigen Expertise regelmäßig als Sachverständige in politische und fachliche Prozesse eingebunden. Folgerichtig sind auch Gespräche mit den zuständigen Ministerien üblich sowie notwendig und dienen der Entwicklung belastbarer gesetzlicher Grundlagen.
- HateAid hat sich stets gegen eine Klarnamenpflicht im Netz ausgesprochen. Wir sind der Meinung, dass alle Menschen das Recht haben, sich im Netz frei zu bewegen. Dazu gehört, dass Menschen im Netz anonym auftreten dürfen. Zu einem freien Internet gehört außerdem, dass niemand Hass oder Gewalt erfahren sollte bzw. dass sich Menschen in diesem Fall gegen Täter*innen wehren können sollten. Das legt unser Grundgesetz fest.
- HateAid begleitet viele Betroffene über lange Zeiträume hinweg. Es ist regelmäßiger Bestandteil unserer Beratungsarbeit, dass wir von Vorfällen erfahren, bevor sie öffentlich werden. Die vertrauliche Unterstützung von Klient*innen steht für uns immer im Mittelpunkt.
HateAid gGmbH
Die gemeinnützige Organisation HateAid wurde 2018 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Sie setzt sich für Menschenrechte im digitalen Raum ein und engagiert sich auf gesellschaftlicher wie politischer Ebene gegen digitale Gewalt und ihre Folgen. HateAid unterstützt Betroffene von digitaler Gewalt konkret durch Beratung und Prozesskostenfinanzierung. Geschäftsführerinnen sind Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon.
HateAid ist Trägerin der Theodor-Heuss-Medaille 2023, des Rothenburger Preises für Erinnerung und Zukunft, des Wertepreises für Demokratie der Werte-Stiftung und des For..Net Awards der Technischen Universität München. 2025 nahm Anna-Lena von Hodenberg stellvertretend für die NGO das Bundesverdienstkreuz entgegen.
Pressekontakt: presse@hateaid.org
