Rechtsreferendar*in (m/w/d) Anwalts- oder Wahlstation im Bereich Legal

Ab sofort in Berlin oder remote

Hass im Netz ist eine neue gesellschaftliche Herausforderung. Menschen, die digitalen Massenhass erleben, stehen bisher sehr allein da. Meist sind sowohl das persönliche Umfeld als auch die Behörden überfordert, wenn Menschen im Internet massiv angegriffen werden. Das wollen wir ändern – am liebsten mit dir an unserer Seite!

Was HateAid tut

Als erste Anlaufstelle unterstützt HateAid seit 2018 Betroffene von digitalem Hass. Neben der Betroffenenberatung ermöglicht HateAid den Betroffenen eine schnelle und effiziente Rechtsdurchsetzung, indem wir ihnen anwaltliche Unterstützung ohne Kostenrisiko zur Seite stellen und so dabei unterstützen, die Täter*innen zur Verantwortung zu ziehen. Darüber hinaus sensibilisiert HateAid über Kampagnen, Kooperationen und Advocacy-Arbeit die Zivilgesellschaft, Politik, Strafverfolgungsbehörden und die Justiz über das Phänomen der digitalen Gewalt und die Hürden für die Betroffenen bei der Rechtsdurchsetzung. Anfang 2021 haben wir unsere Advocacy-Arbeit auf die europäische Ebene ausgeweitet.

Was unsere Arbeit mit Recht zu tun hat

Digitale Gewalt hat viele Gesichter und geht heutzutage weit über den Hasskommentar in sozialen Netzwerken hinaus – Menschen werden im Netz beleidigt, verleumdet und bedroht, erleben jedoch auch den Missbrauch und die Manipulation von Bildmaterial, die Veröffentlichung von persönlichen Informationen oder erhalten tagtäglich Dickpics. Versuchen sich die Betroffenen allerdings hiergegen juristisch zur Wehr zu setzen, merken sie schnell, dass es zahlreiche Hürden zu überwinden gilt. Sie werden bei der Anzeigeerstattung abgewiesen, Strafverfahren werden eingestellt und die zivilrechtliche Rechtsdurchsetzung birgt enorme Kostenrisiken und dauert oft Monate oder Jahre.

Hier kommt HateAid ins Spiel und dient somit vor allem denjenigen als Anlaufstelle, die selbst nicht den Weg zum Anwalt gefunden hätten. Wir finanzieren Rechtsdurchsetzung und helfen bei der Beweissicherung. Gleichzeitig suchen wir den Austausch mit der Justiz und Strafverfolgungsbehörden, um diese zu sensibilisieren und Rechtsfortbildung voranzutreiben. Politisch setzen wir uns dafür ein, dass sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Betroffenen verbessern und Onlineplattformen in die Pflicht genommen werden – und zwar europaweit. Hierbei haben wir stets den Anspruch an uns selbst, nicht nur den Status quo zu monieren, sondern auch konkrete Lösungsvorschläge zu entwickeln.

Die Expertise von HateAid wird dabei von diversen Institutionen geschätzt und fand bereits mehrfach im Deutschen Bundestag und Europäischen Parlament, sowie in diversen Fortbildungsveranstaltungen der Justiz Gehör. Darüber hinaus strengen wir regelmäßig Grundsatzprozesse zur Klärung grundsätzlicher Rechtsfragen der Nutzenden gegen Onlineplattformen an. Zuletzt haben wir einen Präzedenzfall geschaffen, indem erstmals ein soziales Netzwerk zur Zahlung einer Geldentschädigung wegen nicht entfernter Beleidigungen verpflichtet wurde.

Was wir bieten

In den meisten Bundesländern ist es möglich, die Anwaltsstation (teilweise) und die Wahlstation bei uns zu verbringen, wobei du unserer Head of Legal als Volljuristin zur Ausbildung zugeteilt wärst. Leider können wir als NGO keine Vergütung anbieten. Dafür hast du bei uns die Möglichkeit, nicht nur mit uns für die gute Sache zu kämpfen, sondern auch in einem diversen und interdisziplinären Team mit verschiedensten beruflichen Hintergründen über den Tellerrand zu schauen. Jurist*innen haben bei uns die Möglichkeit, sich dem Thema digitale Gewalt auf vielfältigste Art und Weise zu nähern: Bei der Einschätzung der Erfolgsaussichten von Fällen aus unserer Beratung für die Prozesskostenfinanzierung, der Erarbeitung von Gesetzgebungsvorschlägen, Fortbildungsveranstaltungen und Workshops, dem Verfassen von Stellungnahmen und Positionspapieren und der Planung von Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit, die bei uns stets juristische Expertise erfordern.

Wenn du also dein Referendariat damit verbringen willst, mit uns über die großen Rechtsfragen des digitalen Zeitalters nachzudenken und Antworten auf die Frage zu finden, wie Betroffene ihre Rechte effektiver und kostengünstiger durchsetzen können, wie soziale Medien ihren Job besser machen können, wie wir die Meinungsfreiheit und Diversität im Netz aufrechterhalten und als Gesellschaft auf die Radikalisierung in Messengerdiensten reagieren können… – dann melde dich!

Haben wir dein Interesse geweckt?

Sende uns deine Bewerbung gern über diesen Link. Wir benötigen einen aussagekräftigen Lebenslauf ohne Foto und deine Zeugnisse. Damit wir dich so gut wie möglich kennenlernen können, nenne uns in deinem Anschreiben deine drei wichtigsten Qualifikationen für den Job und erzähle kurz, warum du gern bei HateAid arbeiten möchtest.

Vielfalt ist uns wichtig. Daher freuen wir uns besonders über Bewerber*innen, die die Diversität unseres Teams bereichern und vielfältige Erfahrungshintergründe repräsentieren.  

Noch Fragen?

Mehr Informationen zu HateAid findest du unter www.hateaid.org. Bei Fragen rund um deine Bewerbung wende dich gern unter jobs@hateaid.org an unser People & Culture Team.

Unsere Mission ist es, uns dem Hass im Netz entgegenzusetzen. Am besten gemeinsam mit dir!

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