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Laut gegen Sexismus im Gaming! Wir sprechen mit … Lara Keilbart

Unter #IchSpieleNichtMit teilen wir Erfahrungen und Einblicke zum Thema Sexismus im Gaming. Lara Keilbart, Journalistin und Podcasterin, beschäftigt sich schon länger mit sexistischen Strukturen in der Spiele-Szene. Wir haben sie zum Thema befragt.

Lara, du bist selber Gamerin sowie Journalistin und Podcasterin.
Wieso beschäftigst du dich mit Sexismus im Gaming?

Ja das ist einfach: Ich liebe es, zu spielen! Seit ich Anfang der 90er von meiner Oma den Gameboy classic zu Weihnachten bekommen habe, bin ich einfach hin und weg was Gaming angeht. Aber ich will mich beim Spielen eben wohlfühlen und ich will, dass sich andere dabei wohlfühlen. Das geht nur wenn wir eine Willkommenskultur im Gaming haben, die die Bedürfnisse anderer akzeptiert und die andere Leute respektiert – und das geht nicht mit Sexismus.

Wie äußert sich Sexismus beim Gaming?

In vier Bereichen:

1. Bei der Entwicklung. Es gibt immer noch viel zu wenig Frauen in der Spieleentwicklung und die, die es gibt, machen ganz oft schlechte Erfahrung mit ihren männlichen Kollegen. Die sogenannte Bro-Culture ist leider immer noch viel zu sehr an der Tagesordnung.

2. Bei Online-Multiplayer-Spielen. Sobald man sich als Frau zu erkennen gibt, muss man mit sexistischen Kommentaren rechnen, genauso in Foren, auf Discord Servern und unter journalistischen Artikeln hagelt es sexistische Kommentare.

3. Beim E-Sport werden Frauen benachteiligt, denn sie bekommen weniger Geld, wenn sie ein Turnier gewonnen haben, als ihre männlichen Kollegen.

Und 4. Frauenfiguren in Spielen sind leider immer noch allzu oft Sexobjekte oder Frauen in Not, die man als Typ retten muss.

Immer mehr Frauen spielen online. Wieso gibt es überhaupt noch Sexismus im Gaming?

Festgefahrene Strukturen aufzubrechen und zu verändern ist ein langsamer Prozess der viel Kraft und Mühe kostet und jedes Mal, wenn ich oder andere sich kritisch gegenüber Sexismus äußern, kriegen wir enormen Gegenwind und das zieht das Ganze unnötig in die Länge. 

Was muss sich ändern, damit sich alle online beim Spielen sicher fühlen?

Klare Kante zeigen, bessere Moderation von Games und Community-Bereichen und dann natürlich auch härtere Strafen für Leute, die sich toxisch und auffällig verhalten. Aber vielleicht auch andersrum Mechaniken etablieren, die positive Bewertungen ermöglichen. Ein bisschen wie das Fair Play beim Fußball.

League of Legends macht das schon so ein bisschen. Das wäre super, weil sich dann vielleicht noch mehr Männer auf die Seite von Frauen stellen würden, die gerade sexistisch angegangen werden und ihnen mehr Unterstützung geben.

Was kann ich tun, um mich gegen Sexismus im Gaming zu wehren?

Das kommt immer ein bisschen drauf an, in welcher Situation ihr euch gerade befindet. Wenn man kann, ist es immer gut, Gegenrede zu halten und zu sagen: “Was soll der sexistische Mist?” Danach ist es immer wichtig, das zu melden. Entweder es gibt irgendwelche Mechanismen im Spiel oder über die Community-Foren oder es gibt eine Support-E-Mail-Adresse, die man anschreiben kann. Und für sich selbst sollte man auch Support holen, indem man sich mit Gleichgesinnten austauscht und sich ein bisschen emotionale Unterstützung holt, damit man nicht den Spaß am Spielen verliert.

Vielen Dank für das Interview, Lara!

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