Neues Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz geht an den Start

Hater*innen sind laut, wir sind lauter: Gemeinsam mit den Organisationen das NETTZ, jugendschutz.net und den neuen deutschen Medienmacher*innen hat sich HateAid zu einem Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz zusammengeschlossen.  

Ziel des neuen Netzwerks ist zum einen der verstärkte Austausch zwischen Akteur*innen, die sich gegen digitale Gewalt einsetzen, zum anderen entsteht eine Online-Plattform. Diese soll Betroffenen, Engagierten, Multiplikator*innen, Entscheidungsträger*innen und allen Interessierten Zugang zu Bildungsangeboten und Kontakten rund um das Themenfeld digitale Gewalt bieten. Das Netzwerk wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!” des BMFSFJ gefördert. 

Mit unterschiedlichen Kompetenzen, Schwerpunkten und Arbeitsansätzen begegnet jede der Organisationen dem komplexen Themenfeld Digitale Gewalt anders. Das gemeinsame Ziel ist zu jeder Zeit klar: Die Bekämpfung von Hass im Netz, der zu einer immer größeren Herausforderung in unserer digitalen Welt wird. 

Unser Alltag darf nicht von Hass dominiert werden 

Im Netz werden immer mehr Menschen durch Hasskommentare attackiert, beleidigt oder bedroht. Dies führt dazu, dass sich viele Personen seltener öffentlich zu ihrer Meinung bekennen. Die Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen sowie das Ausüben von Ehrenämtern in Politik und Zivilgesellschaft werden zu Gefahrenzonen, in die sich nicht mehr jede*r freiwillig begeben möchte. Diese Entwicklung gefährdet bereits jetzt die Meinungsvielfalt in Deutschland und letztlich unsere Demokratie.  

Das Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz setzt alles daran, diesen Trend umzukehren – mit Informations-, Beratungs- und Bildungsangeboten, Monitorings und Recherchen, Vernetzung der Zivilgesellschaft und Stimmen, die lauter sind als die der Hater*innen. 

Ein Laptop-Bildschirm, auf dem die Website des Kompetenznetzwerks gegen Hass im Netz aufgerufen ist.
Informieren, Bilden, Beraten, Forschen, Aufklären und Vernetzen: Das neue Kompetenznetzwerk nähert sich dem komplexen Phänomen digitaler Gewalt aus verschiedensten Blickwinkeln. Foto: Jörg Farys

Die Akteur*innen im Netzwerk 

Das NETTZ

Das NETTZ ist seit langem DIE Vernetzungsstelle für digitale Zivilcourage. Dabei schafft sie Rahmenbedingungen für ein langfristiges Engagement gegen Hass im Netz. Die Vernetzungsstelle setzt sich mit Projekten und Initiativen für diskriminierungsfreie, konstruktive gesellschaftliche Diskurse ein. Als Koordinierungsstelle im neu geschaffenen Kompetenznetzwerk wird das NETTZ die verschiedenen Expertisen zusammenbringen und eine Basis dafür schaffen, dass alle Träger*innen in Zusammenarbeit Erfolge gegen Hass im Netz erzielen. 

jugendschutz.net

Das heutige gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz, jugendschutz.net, ging 1997 an den Start. Seit 2003 unterstützen die Expert*innen die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) sowie die Obersten Landesjugendbehörden und Landesmedienanstalten. Das Team recherchiert Gefahren für Kinder und Jugendliche im Netz, nimmt sich Beschwerden an und reagiert bei Jugendschutzverstößen, um Online-Angebote sicherer zu machen. Sie machen sich für eine ungestörte Entwicklung junger Persönlichkeiten stark und setzen sich dafür ein, dass Online-Anbieter zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. 

Die neuen deutschen Medienmacher*innen

Als bundesweites Netzwerk von Journalist*innen of Color und Medienschaffenden mit oder ohne Einwanderungsgeschichte setzen sich die Neuen deutschen Medienmacher*innen für eine diskriminierungskritische Berichterstattung und diversere Redaktionen ein. Als Teil des neuen Kompetenznetzwerks werden sie den Fokus ihrer Arbeit auf das Monitoring sowie Analysen medialer Diskurse, insbesondere mit Blick auf die Berichterstattung über marginalisierte Gruppen, setzen. 

HateAid 

Mit einem kostenlosen Beratungsangebot und einer Prozesskostenfinanzierung setzen wir von HateAid uns für Betroffene digitaler Gewalt ein. Wir stehen Menschen zur Seite, die online Hass und Hetze erleben, die bedroht, beleidigt oder verleumdet werden. Diese Hilfe bieten wir all jenen an, die selbst keinen Hass im Netz verbreiten – ganz unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Religion, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, politischer Meinung und körperlicher Versehrtheit.

Daneben möchten wir uns verstärkt den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 27 Jahren widmen, die überdurchschnittlich oft von digitaler Gewalt betroffen sind oder diese als Zeug*innen erleben. Obwohl diese Gruppe verstärkt mit Hass im Netz in Kontakt kommt, tritt sie in unserer Beratung noch kaum in Erscheinung. Das möchten wir näher erforschen und ändern.

Das künftige Engagement gegen Hass im Netz

Das Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz wird in den kommenden Monaten viel Aufklärungsarbeit leisten. Gemeinsam mit den anderen Akteur*innen werden wir: 

über aktuelle Entwicklungen berichten,
relevante Begriffe wie Hass im Netz für eine breite Öffentlichkeit greifbar machen und
Orte schaffen, die Diskussionen zu diesem breiten Themenkomplex ermöglichen.
Diskussionsrunde im Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz mit Zuher Jazmati (links) und Düzen Tekkal (rechts)
Über die Zukunft unserer Zusammenarbeit und den Kampf gegen Hass im Netz diskutierten bei der Auftaktveranstaltung im Dezember Zuher Jazmati (l.), Düzen Tekkal (r.), Hatice Ince und Shai Hoffmann (nicht im Bild) miteinander. Foto: Jörg Farys

Für die (Fach-)Öffentlichkeit wird es regelmäßige Veranstaltungen sowie Untersuchungen geben, die Einblicke in aktuelle Themen, etwa rund um Frauen- und Queerfeindlichkeit, geben. Das Netzwerk wird sich verstärkt mit den Dynamiken medialer Diskurse auseinandersetzen, den Blick auf Alternativplattformen richten und automatisierte Verfahren erforschen, die Hass im Netz eindämmen können.  

Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, die von digitaler Gewalt betroffen sind, sollen von Beratungsangeboten profitieren. Diese Angebote sollen durch Online-Untersuchungen weiter verbessert und an die Bedarfe Betroffener angepasst werden.  

Mehr über das Kompetenzwerk gegen Hass im Netz

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