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Wer greift mich da an?

Es existieren mittlerweile mehrere psychologische Gutachten über das Profil von Hatern und Trollen, ein einziges Musterprofil gibt es jedoch nicht. Oft beschreiben Betroffene nach dem ersten direkten Kontakt mit ihren Hatern „ganz normale Menschen“. Das stimmt. Was den meisten Angreifer*innen im Netz jedoch abhanden gekommen ist, ist die Fähigkeit sich in die Person auf der anderen Seite des Bildschirms hineinzuversetzen, also die empathische Fähigkeit, anzuerkennen, dass Betroffene emotional reagieren. Das ist normalerweise der Fall, wenn sich Menschen persönlich begegnen.

Die Anonymität des Internets kann enthemmend wirken und die Wucht des Angriffs somit steigern. Möglicherweise löst das Entladen von Hass in diesem Moment auch eine statusfördernde Aktivität aus, der in der Gruppe noch mehr Anklang findet: Indem Angreifer*innen Aufmerksamkeit erregen, Menschen diffamieren, vermeintlich hitzige Debatten auslösen und sogar Zustimmung von anderen erhalten, fühlen sie sich für einen Moment wichtig oder ernst genommen. Wer nicht mehr das Gefühl hat, dass einen Menschen vor sich zu haben, sondern nur einen Handy-Screen, reagiert anders als im direkten Dialog.

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