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Wer greift mich da an?

Es existieren mittlerweile mehrere psychologische Gutachten über das Profil von Hatern und Trollen, die der Wirtschaftspsychologe Tomas Chamorro-Premuzic in einem Artikel im Guardian zusammenfasst. Ein einziges Musterprofil gibt es jedoch nicht.

Oft beschreiben Betroffene nach dem ersten direkten Kontakt mit ihren Hatern „ganz normale Menschen“. Das stimmt. Was den meisten Angreifern im Netz jedoch abhandengekommen ist, ist die Fähigkeit sich in die Person auf der anderen Seite des Bildschirms hineinzuversetzen. Die empathische Fähigkeit anzuerkennen, dass Betroffene mit einer Emotionalität reagieren. Das ist normalerweise der Fall, wenn sich Menschen persönlich begegnen.

Die Anonymität des Internets kann enthemmend wirken und die Wucht des Angriffs somit steigern. Möglicherweise löst das Entladen von Hass in diesem Moment auch eine statusfördernde Aktivität aus, der in der Gruppe noch mehr Anklang findet: Indem deine Angreifer Aufmerksamkeit erregen, Menschen diffamieren, vermeintlich hitzige Debatten auslösen und sogar Zustimmung von anderen erhalten, fühlen sie sich für einen Moment wichtig oder ernst genommen. Wer nicht mehr das Gefühl hat, dass er einen Menschen vor sich hat, sondern nur einen Handy-Screen, reagiert anders als im direkten Dialog.

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