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Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja: Was haben wir gelernt?

Unsere HateAid-Themenwoche geht heute zu Ende. Eine Woche lang haben wir unsere Plattform dafür genutzt, um auf den Rassismus aufmerksam zu machen, den Sinti*zze und Rom*nja erfahren. Auch als Nicht-Betroffene war es uns wichtig, diese Problematik zu thematisieren, denn gegen Rassismus müssen wir alle gemeinsam aktiv werden

Wir haben während dieser Woche einige Sinti*zze und Rom*nja kennengelernt, die uns von ihren persönlichen Erfahrungen erzählt haben. Ihre Expertise, Erfahrungen und ihr Wissen haben sie uns per Video, durch Twitter-Threads und Gespräche zukommen lassen. Vielen Dank dafür an alle Beteiligten! Gesprochen haben wir u. a. mit einigen Student*innen des Studierendenverbandes für Sinti und Roma in Deutschland, mit einer HateAid-Klientin und mit einem Theaterregisseur.

Ein kleiner Auszug aus den Erfahrungsberichten 

Viele der Betroffenen haben uns von den Vorurteilen berichten, mit denen sie immer noch – sei es in der Schule, in der Universität, im Arbeitsleben oder im Internet – überhäuft werden. Dabei komme es oft zu einer Dehumanisierung, die durch die negativ konnotierten Bilder entstehe, die Sinti*zze und Rom*nja zugeschrieben werden. 

Auch die Studierenden und Mitglieder des Studierendenverbandes für Sinti und Roma in Deutschland verwiesen auf die Abwertung, die die Ethnie, Kultur, Sprache und Historie der Sinti*zze und der Rom*nja durch die Degradierung und Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft erfahre.  

Viele der Betroffenen wünschen sich eine bessere Aufklärung an Schulen. Sie meinen, Vorurteile gegen Minderheiten halten sich häufig dadurch, dass es an Bildung fehle. Gerade den jüngeren Sinti*zze und Rom*nja müsse erklärt werden, dass sie alles erreichen können, was sie wollen.  

Alle Erfahrungsberichte, Videos und Twitter-Take-Over der letzten Woche findet ihr natürlich weiterhin auf unseren Social Media-Kanälen. 

Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland 

Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja ist in Deutschland weitverbreitet und gesellschaftlich oft toleriert. 40% der Deutschen haben eine negative Meinung von Rom*nja, nur 7% denken positiv über sie. Das ist eines der erschreckenden Ergebnisse der State of Hate-Studie der Amadeu Antonio Stiftung. Vorurteile gegen Sinti*zze und Rom*nja sind in der Mehrheitsgesellschaft leider oft fest verankert und werden durch die mangelnde Sichtbarkeit von Sinti*zze und Rom*nja in der Öffentlichkeit und rassistische Darstellungen verschlimmert.  

Gegen diese mangelnde Sichtbarkeit und sogenanntes Silencing organisieren und engagieren sich mehr als 70 Selbstvertretungen von Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland. Dazu zählen Jugendorganisationen wie Amaro Drom e.V. oder Amaro Foro e.V. in Berlin, feministische Vereinigungen wie RomaniPhen e.V., save space e.V. als Verein für Intersektionalität, Inklusion und Digitalisierung oder auch das Roma Antidiscrimination Network, das Betroffenen von Diskriminierung zur Seite steht. 

Eine Liste mit weiteren (aber noch lange nicht allen!) Selbstorganisationen findet ihr auf der Startseite unserer Themenwoche.  

Wie hilft HateAid? 

Einige der Betroffenen haben uns während der Themenwoche von rassistischen Erfahrungen berichtet, die sie online gemacht haben. Wenn die Betroffenen dann auf die Hasskommentare reagiert haben, wurden sie häufig beleidigt.

Nicht vergessen: Im Internet gilt das gleiche Recht wie im analogen Leben! Beleidigungen, Verleumdungen oder Bedrohungen, Volksverhetzung, die Leugnung des Holocaust oder andere Taten, die in der analogen Welt strafbar sind, sind es folglich im Netz auch. Wenn ihr Zeug*innen oder Betroffene von digitaler Gewalt seid oder werdet, könnt ihr euch an uns wenden. Wir helfen allen, die selbst keinen Hass im Netz verbreiten. 

Zuerst solltet ihr allerdings die Beweise sichern. In einer Schritt-für-Schritt-Anleitungen haben wir euch zusammengestellt, wie ihr auf den unterschiedlichen Social Media-Plattformen rechtssichere Screenshots erstellen könnt. Diese Screenshots könnt ihr dann an uns weiterleiten und wir stehen euch mit Rat und Tat zur Seite. Ihr erreicht uns hier, wenn ihr von digitaler Gewalt betroffen seid. 

Ein großes Dankeschön…. 

an alle, die im Rahmen unserer Themenwoche zu Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja von ihren persönlichen Erfahrungen berichtet haben. Mit eurer Aufklärungs- und Informationsarbeit bietet ihr Rassismus die Stirn. Wir danken euch sehr dafür, dass ihr eurer Wissen mit uns geteilt habt!  

Helfen könnt auch ihr – seid dabei! 

Wir haben sehr viel in der letzten Woche lernen können. Ihr hoffentlich auch? Wenn ja, dann freut uns das sehr. Auch ihr könnt einen Beitrag dazu leisten, um das Internet zu einem sicheren Raum für alle zu machen. Mit einer Spende unterstützt ihr unsere kostenlose Betroffenenberatung und Prozesskostenfinanzierung, mit der wir den Betroffenen von digitaler Gewalt schnell und unkompliziert weiterhelfen können. Ihr möchtet uns unterstützen? Dann findet ihr hier unser Spendenformular. Wir danken euch! 

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