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Zwei Frauen an einem Laptop.

Safer Internet Day 2022 – setz auch du dich für ein sicheres Netz für alle ein!

Jedes Jahr steht der zweite Dienstag des zweiten Monats im Zeichen der Internetsicherheit. Zum weltweiten Aktionstag Safer Internet Day (SID) kommen verschiedenste Akteure und Institutionen zusammen, um ein Bewusstsein für den sicheren Umgang mit digitalen Medien zu schaffen. Wir von HateAid zeigen dir, worum es dabei in diesem Jahr geht! 

Fassungslosigkeit, Angst, Warnstufe Rot: Vor weniger als zwei Monaten war auf einmal die ganze Internet-Community in Alarmbereitschaft. Was war passiert? Eine Schwachstelle in der weltweit für die Programmiersprache Java genutzten Protokollierungsbibliothek Log4j wurde entdeckt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sprach von einer „extrem kritischen Bedrohungslage“.

Denn Hacker*innen mit böswilligen Absichten können die Sicherheitslücke nutzen, um Zugriff auf verschiedenste Netzwerke zu erhalten. Besonders Firmen und Konzerne sind davon betroffen. Und einige Expert*innen mahnten, dass zukünftig bessere Sicherheitsstrategien notwendig seien, um derartige Schwachstellen zu vermeiden. So auch Adriana Groh von der gemeinnützigen Open Knowledge Foundation im Interview mit ZEIT Online: „Wir sprechen hier von Software, die prägend ist für unsere gesamte digitale Infrastruktur. Ähnlich wie bei der analogen Infrastruktur sind wir als Gesellschaft darauf angewiesen, dass sie funktioniert. Wir wollen sichere Straßen und Brücken, die nicht einstürzen.“

Um bei dieser Analogie zu bleiben: Wenn die Software-Programme die Verkehrswege sind, dann sind wir als Nutzer*innen von Plattformen und Online-Anwendungen die Verkehrsteilnehmer*innen. Und wir alle sollten dazu beitragen, dass wir uns sicher von A nach B bewegen können. Leider ist das in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Zu viele Gefahren lauern im Netz. Und gerade deshalb ist es wichtig, dass heute, am Safer Internet Day 2022, zum 19. Mal über eine sichere und verantwortungsvolle Internetnutzung aufgeklärt wird.

Eine Person vor einem Bildschirm im Developer-Modus.
Auch außerhalb der IT-Branche ist ein sicherer Medienumgang wichtig. Foto: Unsplash/Mikhail Fesenko

Safer Internet Day 2022: Fit für die Demokratie, stark für die Gesellschaft 

Unter dem Motto Together for a better Internet beteiligen sich an diesem Dienstag wieder zahlreiche Interessenvertreter*innen auf der ganzen Welt am Safer Internet Day (SID). Das ausgegebene Ziel ist jedes Jahr gleich: Lasst uns das Internet für alle sicher machen – insbesondere für Kinder und junge Menschen. Gerade die verbringen schließlich einen großen Teil ihrer Zeit im digitalen Raum und machen dort immer wieder negative Erfahrungen, wie eine aktuelle Umfrage vom Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche (Bitkom e. V.) belegt. So berichten bereits 14 Prozent der 10 bis 11-Jährigen, dass sie im Internet Inhalte gesehen haben, die ihnen Angst machen. Über alle Altersgruppen hinweg wurden im Durchschnitt knapp 14 Prozent der Befragten Kinder und Jugendlichen im Internet beleidigt oder gemobbt.  

Die Europäische Kommission hat dieses Jahr das Thema Fit für die Demokratie, stark für die Gesellschaft ausgerufen. Eine Angelegenheit, die für uns bei HateAid von ganz besonderer Bedeutung ist. Immer wieder weisen wir darauf hin, wie gefährlich digitale Gewalt für unsere Demokratie werden kann. Denn wenn Menschen durch das sogenannte Silencing mundtot gemacht werden, gesellschaftlich-engagierte Personen aus Angst vor Hass und Hetze ihre Ämter niederlegen und gezielt Falschinformationen gestreut werden, dann ist unser gesellschaftlicher Zusammenhalt in Gefahr. 

Sicherheit fängt bei dir an

Bevor du in der Lage bist, anderen im digitalen Raum zur Seite zu stehen, solltest du deine eigenen Sicherheitsmaßnahmen überprüfen. Stell dir deshalb die folgenden Fragen: 

  • Sind meine Passwörter sicher? 
  • Ziehe ich regelmäßige Updates, um meine Programme auf den aktuellen (Sicherheits-)Stand zu bringen? 
  • Kann ich verlässliche Quellen von Fakenews unterscheiden (Digitaler Nachrichten-Test)?  
  • Habe ich mich mit den Privatsphäre-Einstellungen in meinen Social-Media-Konten beschäftigt? 

Wenn du diese Fragen mit “Ja” beantworten kannst, dann bist du bereits ziemlich sicher im Internet unterwegs. Nichtsdestotrotz kann die Gefahr eines Angriffs nie komplett ausgeschlossen werden. Digitale Gewalt kann schließlich jede und jeden Einzelne*n völlig unerwartet treffen. Deshalb ist es wichtig, dass du in einer solchen Situation einen kühlen Kopf bewahrst und auf deine individuellen Bedürfnisse achtest. In unserem Ratgeber geben wir dir dazu einige wertvolle Tipps. Welche du davon umsetzen willst, ist dir selbst überlassen. Du kannst dir aber sicher sein, dass wir bei HateAid in dieser schwierigen Zeit für dich da sind, falls du uns brauchst.

Digitale Gewalt erlebt?
Unsere Betroffenenberatung ist für dich da!

Wenn dich jemand online beleidigt, bedroht oder belästigt hat, kannst du dich an unsere Betroffenenberatung wenden. Unsere Mitarbeitenden helfen dir bei der Beweissicherung, bei Fragen zur Sicherheit deiner Konten und gehen mit dir auch rechtlich gegen die Täter*innen vor, wenn es sich um einen strafrechtlich-relevanten Fall handelt.

Schau nicht weg, sondern setz dich für andere ein! 

Wenn eine kleine, lautstarke Gruppe Menschen gezielt aus dem öffentlichen Diskurs drängt, hetzt und bedroht, dann dürfen wir das nicht hinnehmen. Darum mach auch du dich stark, wenn du digitale Gewalt beobachtest. Steh Betroffenen zur Seite, indem du ihnen von HateAid erzählst und die Gewalt meldest. Zum Beispiel über die MeldeHelden-App oder unser Meldeformular. Nur so können wir Täter*innen zur Verantwortung ziehen und deutlich machen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Dank unserer Prozesskostenfinanzierung geht das ohne persönliches, finanzielles Risiko. Dass sich das lohnt, zeigen unsere jüngsten Erfolge, zum Beispiel mit der Verfassungsbeschwerde von Renate Künast, die schwere sexistische Kommentare nicht hinnehmen wollte und sich mit ihrer Beschwerde für Betroffene in ganz Deutschland einsetzt. 

Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass Nutzer*innen zukünftig besser geschützt werden. Indem wir in Berlin und Brüssel konkrete Verbesserungsvorschläge für Gesetzgebungen unterbreiten und Plattformen zu mehr Verantwortungsübernahme auffordern. Denn für ein nachhaltig-sicheres Internet bedarf es langfristiger, struktureller Veränderungen. 

Du möchtest selbst für ein sicheres Internet aktiv werden? Dann schau dir die diesjährigen SID-Aktionen in ganz Deutschland an und mach einfach mit! Sicher ist auch ein spannendes Thema für dich dabei.

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