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Grenzenloser Hass im Internet – Dramatische Lage in ganz Europa 

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von HateAid im Rahmen des Landecker Digital Justice Movement hat erstmals 2.000 Personen im Alter zwischen 18 und 80 Jahren aus allen EU-Staaten zu ihren Erfahrungen mit digitaler Gewalt befragt. Und das Ergebnis könnte alarmierender nicht sein:

  • 50% der jungen Erwachsenen in der EU sind von Hass im Internet betroffen
  • Vor allem Frauen ziehen sich aus Angst vor Angriffen aus den sozialen Medien zurück
  • 80% der Befragten stellen den Online-Plattformen ein Armutszeugnis aus

Dramatische Lage in der EU: Jede*r zweite junge Erwachsene ist selbst betroffen

Digitale Gewalt kann jeden und jede treffen. Doch gerade für junge Erwachsene in der EU zeigen die Ergebnisse eine besonders dramatische Lage. 92 Prozent der Männer bzw. 90 Prozent der Frauen in der Altersgruppe der 18 bis 35-Jährigen waren bereits mehrfach Zeug*innen digitaler Gewalt. Über alle Altersgruppen hinweg wurden mehr als zwei Drittel aller Befragten in ihrem Leben mit Hass und Hetze im Internet konfrontiert.

Jede zweite Person in der jüngsten Altersgruppe (18-35 Jahre) war sogar schon persönlich von digitaler Gewalt betroffen. Über die Altersgruppen hinweg waren knapp 30 Prozent der Männer und 27,5 Prozent der Frauen persönlich von digitaler Gewalt betroffen. Somit ist für die junge Generation digitale Gewalt nicht nur zur Realität, sondern zur traurigen Normalität geworden.

Digitale Gewalt gegenüber Frauen hat dabei viele Gesichter: Von Beleidigungen und Falschzitaten, über Drohungen und Doxxing (z. B. Veröffentlichung von Privatadressen), bis hin zu sexueller Belästigung und sogenannten Revenge Porn. Gerade die Angst davor, dass geklaute oder gefälschte Nacktbilder im Internet veröffentlicht werden, ist bei 30 Prozent der befragten Frauen besonders groß.

Zum Schweigen gebracht: Jede zweite Frau hat Angst, online ihre Meinung frei zu äußern

Durch digitale Gewalt werden Menschen gezielt zum Schweigen gebracht und aus den sozialen Medien verdrängt. Diese Entwicklung ist – vor allem bei Frauen – in der Untersuchung erkennbar: Aus Angst vor Hass äußern 52 Prozent der Frauen ihre Meinung im Internet seltener. Unter den männlichen Befragten gaben etwa 43 Prozent an, ihre Meinung weniger zu äußern. 

Hass im Netz hinterlässt seine Spuren. Angesichts der fortschreitenden Verrohung im Internet fürchten viele Menschen, Stellung zu beziehen. 43 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer bewegen sich aufgrund von möglichen Angriffen grundsätzlich vorsichtiger und anonymer in den sozialen Medien.

Armutszeugnis für Facebook und Co.: Über 80 Prozent der Europäer*innen bemängeln unzureichenden Schutz vor Gewalt

Europäer*innen wollen Facebook, Twitter und Co. in die Pflicht nehmen: Über 80 Prozent gaben an, dass diese Online-Plattformen nicht genug für den Schutz vor digitaler Gewalt täten.

Knapp 80 Prozent aller Befragten wünschen sich, den Algorithmus der Plattformen besser steuern zu können, damit sie entscheiden können, nach welchem System Beiträge ausgespielt werden.

92 Prozent plädieren ganz oder teilweise dafür, dass illegale Inhalte von den Plattformen entfernt werden.

84 Prozent der Männer und 92 Prozent der Frauen finden sogar, dass zur Kontrolle von Online-Plattformen Gesetze unumgänglich oder zumindest wünschenswert sind.

Wir fordern die EU auf: Stoppt digitale Gewalt jetzt!

Ein neues EU-Gesetz, der Digital Services Act (DSA), das gerade verhandelt wird, soll mehr Sicherheit und Verantwortung im digitalen Raum schaffen. Mit dem DSA haben unsere EU-Politiker*innen nun die historische Chance, klare Regeln zu verankern, um digitale Gewalt zu stoppen. Bislang haben sie dies nicht getan, so dass Nutzer*innen der sozialen Medien weiterhin systematisch ungeschützt.

HateAid fordert deswegen mit einem Bündnis von 17 europäischen Organisationen die EU mit einer internationalen Petition zum sofortigen Einschreiten auf: Stoppt digitale Gewalt jetzt! #makeitsafe

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